Seit der Kindheit gehört Musik zum Leben von Gregor Linssen. 1972 bekommt er an der städtischen Musikschule Neuss Blockflötenunterricht, singt im Kinderchor, dann im Jugendchor der Gemeinde Hl. Dreikönige, ab 1977 lernt er Querflöte und spielt diese auch in den Gottesdiensten. Autodidaktisch bringt er sich auch andere Flötenarten (Quena-, Panflöte) bei und beginnt Folk-Gitarre zu spielen. In den 80er Jahren singt und spielt er im Jugendchor der Gemeinden St. Pius unter dem Chorleiter Markus Mostert. Es war die Hochzeit des Neuen Geistlichen Liedes. Diese Zeit der Freiheit in der musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten hat ihn geprägt. Niemand wusste was gut ist und was nicht. Es war erst einmal wichtig Neue Musik zu machen.
Im Schulunterricht bei Hanns-Dieter Müller, einem Kompositionsschüler Frank Martins, wurden bei Gregor Linssen die musikalischen Grundlagen gelegt. Für Jugendtreffen begann er 1985 mit dem Vertonen von geistlichen Texten. Auch hier wurde er dabei vom Zusammentreffen mit Musikern aus den Kulturen Lateinamerikas und Afrikas. Dadurch kommen Perkussionsinstrumente und Charango zu seinem instrumentalen Erfahrungsschatz.
Seit 1986, nach dem Besuch eines Lyrik-Forums bei Klaus Lüchtefeld beginnt Gregor Linssen auch eigene Texte zu schreiben. Seine beiden ersten Lieder Ein Licht in dir geborgen und Und ein neuer Morgen zählen zu den meistgesungen NGL, die zugehörige Messe Lied vom Licht ist die erfolgreichste Produktion im Verlag EDITION GL.
Im Laufe seines Schaffens bildet sich dann als Kompositionsprinzip der Lieder die polyrhythmische Führung der Sprache gegenüber einem geraden Beat heraus. Das macht die Lieder optisch und scheinbar auch rhythmisch schwieriger. Doch wenn das Prinzip erkannt ist, dass der Sprachrhythmus mit seinen sinngebenden Betonungen erhalten werden soll, werden die Lieder wieder sehr viel einfacher.
Der positive Aspekt: man kann ein Lied nicht mehr singen, ohne sich Gedanken über den Text zu machen.
Um sich die Lieder musikalisch zu erschließen, ist es gut, den Text erst in normalem Sprachtempo zu sprechen, die Betonungen herauszufinden, um dann das Tempo zu verlangsamen. Betonungen in der Sprache äußern sich entweder in einer Verlängerung des rhythmischen Wertes oder in einer Tonhöhenänderung (je nach Landstrich ist dies jedoch sehr verschieden). Die positive Reaktion von Musikern wie Raimund Wippermann (heute Rektor der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf) ermutigte Gregor Linssen dieses Prinzip weiterzuverfolgen.

Stationen
* 1966
1985 Abitur
1985-1993 Querflötist, Gitarrist und Sänger in der Gruppe RUHAMA
1987-1993 Studium zum dipl. Toningenieur an Robert Schumann Institut und FH, Düsseldorf
1991 Uraufführung der Messe Lied vom Licht unter Leitung von Raimund Wippermann
1993 Gründung der Gruppe AMI
1994-2003 Musikalischer Leiter der Kölner Ministranten-Romwallfahrten
seit 1996 Lehrauftrag für NGL an der bischöfl. Kirchenmusikschule Essen
1997-2000 Fachvertreter für Jugendchöre im DCV Köln
1998 Uraufführung des 1. Oratoriums in Jerusalem
2000 Musikalischer Leiter der diözesanen Tage in Pisa vor dem Weltjugendtag in Rom
1999-2006 Lehrauftrag für NGL an der Hochschule für Musik, Köln
2001-2007 Lehrauftrag für NGL an der Kirchenmusik-Hochschule St.Gregorius, Aachen
2003 Uraufführung des 2. Oratoriums in S.Francesco, Assisi
2005 Musikalischer Leiter eines der drei Eröffnungsgottesdienste zum Weltjugendtag in Köln
2007 Uraufführung des 3. Oratorium in der Lateran-Basilika in Rom
2010 Musikalischer Leiter des Eröffnungsgottesdienstes des 2. Ökumenischen Kirchentags in München
2015 Musikalischer Leiter des Abendgebets mit Papst Franziskus, Petersplatz, Rom
2016 Uraufführung des 4. Oratoriums in der Oper von Leipzig
2018 Musikalischer Leiter des Concertprayer VENI CREATOR SPIRITUS, im Kölner Dom