Untermenue von: PETRUS
- 1: Das Oratorium "Petrus und der Hahn".
- 2: Vorwort.
- 3: Zeitungsmeldungen und Mails.
- 4: PETRUS Aufführungen.
- 5: PETRUS Projekt.
- 6: Logbuch der Uraufführung.
- 7: Tagebuch der zweiten Geige.
- 8: Fotogalerie.
CD Rezension
von Peter Hahnen
Der Pate singt.
Gregor Linßens neues Oratorium meditiert Apostel Petrus als Vor- und Spiegelbild christlicher Zeitgenossenschaft
Jeder kennt das Amt des Paten oder der Patin aus eigener Erfahrung: Mit der Taufe des Kindes tritt man in eine Verantwortung, die – wenn man sie ausfüllen möchte – lebenslang in die Pflicht nimmt. Gregor Linßen, einer der herausragenden Kreativen aus der Szene rund um das Neue Geistliche Lied („Tausend Jahre wie ein Tag“, „Venimus adorare eum“ uvm.) hat sein persönliches Amt nun ins Klingen gebracht. Sein Brief an Patenkind Emil ist im Booklet der neuen Produktion abgedruckt und bringt Linßens Motivation eindrücklich nahe: „Lass dir erzählen von den Propheten und von Petrus...Du bist nicht allein und einer von denen, die du fragen kannst ...will ich gerne sein.“
Linßen, Texter und Komponist in Personalunion, meditiert das Christsein in großem biblischem und ekklesiologischem Zusammenhang: Beim Taufsakrament – so Linßens Ausgangspunkt – werden wir gesalbt wie König, Priester und Propheten. In dieser Verheißung muss jeder persönlich seinen Platz finden und Antwort geben. Mit 21 Nummern umkreist Linßen die Frage nach Auftrag und Richtung, nach Anfechtung und trotziger Hoffung eines Christenlebens. Petrus, sein apostolischer Auftrag und auch seine Schwäche (daher der Hahn im Titel) dienen dabei als Folie, sich selber als stark, beauftragt und zugleich als fehlbar und zerbrechlich anzuerkennen.
Musikalisch spannt Linßen, der im Laufe der Jahre einen ganz eigenen Personalstil entwickelt hat, der weit über das NGL-übliche Format hinausreicht, einen weiten Bogen zwischen Gregorianik, Sprechgesang und neuem Gospel. Ein großer Projektchor, Linßens Ensemble AMI und eine ganze Batterie an Streich- und Blechblasinstrumenten lassen die Botschaft in packendem und zeitgemäßem Sound erschallen. Neben Linßen selbst, dessen charakteristisch blitzendes Timbre die meisten Tracks dominiert, singt Christina Hernold einige Solopartien. Auch ein großköpfiger Kinderchor zählt, neben Gästen der verdienten Chorarbeit der Musikwerkstatt Freiburg, zu den Mitwirkenden.
Für das Publikum gibt es bei dieser großformatigen Andacht wenig Gelegenheit spontan mitzusingen. Das klassische Singspiel à la Peter Janssens hat Linßen längst hinter sich gelassen. Dafür kann Linßens neues Werk aber beim Anhören und mehr noch bei Aufführungen (dann mit Videoprojektion) einen ganz eigenen Sog in die Tiefe der eigenen Berufung entwickeln.
Dramaturgisch ist der Zusammenhang der einzelnen Nummern beim bloßen Anhören der CDs nicht immer klar, geschweige denn zwingend. Dialoge oder Spielszenen bietet das neue Werk auf diesem Konzeptalbum leider nicht. Der Zusammenhang erschließt sich erst näher durch Lektüre des (separat erhältlichen) Buches "Rede und Antwort" oder durch den Besuch einer Aufführung. Auf jeden Fall aber ist PETRUS eine großartige Meditation, eine geistliche Übung, die beim aufmerksamen Hörer lange nachklingt. Das neue Opus ist nicht fürs rasche Hinhören geeignet, sondern bietet andere Qualität. Linßen zeigt sich endgültig als ein Solitär zeitgenössisch geistlichen Musikschaffens zwischen Hoch- und Popkultur.
Zum Autor
Peter Hahnen ist Referent für musikalisch-theologische Bildung in der
Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der dt. Bischofkonferenz
PETRUS UND DER HAHN
Doppel-CD, 16 seitiges Booklet mit allen Liedtexten
22,- € im Shop
REDE UND ANTWORT
Taschenbuch, 130 Seiten Paperback
Die Begegnung zwischen Pater und Sprayer
10,- € im Shop
PETRUS UND DER HAHN beim ÖKT
Die andere tiefgehende und einschneidende Erfahrung war das Oratorium PETRUS UND DER HAHN von Gregor Linßen und der Musikwerkstatt Freiburg. Es ist nicht übertrieben wenn ich sage, dass das Stück meinen Blick auf bestimmte Aspekte meines Lebens und Glaubens verändert hat. In den Texten und Liedern und Dialogen geht es um die Aufgabe eines jeden von uns, um unsere Zweifel diese Aufgabe(n) nicht erfüllen zu können und die Angst der eigenen Unzulänglichkeit. Den Texten und Klängen die Gregor Linßen, die Band AMI und all die freiwilligen Sängerinnen und Sängern und Musiker, die das Stück in einer Wallfahrt einstudiert haben, überzeugend und begeistert zu Gehör bringen liegt das Bild eines freien Menschen zugrunde, der in einer Welt voller Antworten und Getöse seinen Weg sucht: „Der Sinn des Lebens liegt nicht darin, dass du lebst wo es sicher scheint zu leben. Denn nichts bleibt wie es ist, auch wenn du bleibst wo du bist.“ Und das Bild eines Gottes, der, wie Linßen singt „uns nicht den Rücken krümmt“ oder „weit über uns steht“ sondern uns in unserem Versagen und Scheitern annimmt. Dahinter steht der Typus des Petrus, auf den Gott trotz dessen Versagen und Verrat baute. Ich kann jedem, der die Möglichkeit hat irgendwo dieses Oratorium zu erleben nur wärmstens ans Herz legen hinzugehen und sich das Ganze mal selbst anzuschauen.
Johanna Stamm, Mainz
PETRUS Düsseldorf 2009
Das Oratorium "Petrus und der Hahn" ist besser als 1000 Predigten!
Wir durften eine mitreißende Aufführung erleben, konnten unser eigenes - oft schwieriges - Leben in den Liedern und Texten wiederfinden und durch die gelungene Verbindung von Aussage und Musik intensiv erfahren, dass Gott zu uns hält. Keine theologisch-theoretischen Exkurse, sondern Gott als im Alltag zu findender Gesprächspartner nahe gebracht. Die Aufführung schenkte eine Gotteserfahrung, die von vielen Sonntagspredigten bei weitem nicht erreicht wird.
Michael Raschke
PETRUS Mainz 2009
Das Oratorium PETRUS UND DER HAHN hat mich begeistert. Vorallem die Dialoge könnten uns bei den Entwicklungen im Bistumsprozess unter dem Stichwort "burn out" (überarbeitete Leiter von Seelsorgeeinheiten) sehr helfen. Das Konzert war dagegen ein "burn - in"! Allen Mitwirkenden ein ausdrückliches "Danke" !
Eberhard Hüser
Bischöfliches Ordinariat Mainz
Das Konzert war für mich ein Erlebnis und hat meine Lebenserfahrungen wiedergespiegelt, besonders in den Dialogen. Es hat mich zum Nachdenken gebracht, über die Würde des Christen und seine Berufung in dieser unserer Welt.
Eine Ordensschwester aus Mainz
Kompliment an ALLE Mitwirkenden - das war eine stimmige "Sache". Die Texte haben mich besonders angesprochen. Melodisch wirkte es allerdings auf mich, dass sich vieles wiederholt - Gregor Linßen bleibt zwei Stunden seinem Stil treu ... Alles in allem aber ein nachdenklich stimmendes Oratorium (mit zwei mir bekannten Gesängen aus dem Ökumenischen Jugendkreuzweg) und eine eindrucksvolle Aufführung!
Hans-Peter Weindorf
PETRUS Duisburg 2008
Danke für das tolle Konzert. Es war begeisternd, anrührend, bewegend, - ALLES
Dein PETRUS ist ein Werk, das in den Hörern noch lange nachklingt, auch wenn sie den Kirchenraum längst verlassen haben - und das gilt sicher auch für viele, die solche Räume sonst kaum je betreten -, die Kirche kann froh sein, dass es Dich gibt!!!
Ein Riesen-Kompliment auch für das intelligente Miteinander von Licht, Bild, Musik und Wort!!
Das war Verkündigung – verständlich, authentisch und vor allem verheutigt.
Barbara Hochgürtel (per Mail)
Kirchenmusikerin in Wesel
Rom 2008
Ein hervorragendes Orchester, ein starker Chor, Überzeugende Fotos und Texte, eingeblendet auf einer übergroßen Leinwand überraschten die Kirchenbesucher, die am Abend des 9.Juli die Basilika San Giovanni in Laterano betraten...
Der Neusser Kreisdechant Guido Assmann war extra nach Rom gereist, um den Chor um Gregor Linßen zu hören. "Das war ein schöner Abend. Die biblischen Texte und die zeitgemäße Interpretation mit den aussagekräftigen Bildern waren begeisternd", sagte er anschließend.
Stadtkurier Neuss, -sk

