Untermenue von: Gruppe AMI
- 1: AMI Historie.
- 2: Die Musiker von AMI.
- 3: AMI Chor.
- 4: Anmeldung AMI-Chor.
- 5: Kolumne "Neues von der Zweiten Geige".
- 5.1: ADAM: Das Wichtigste.
- 5.2: Danke!.
- 5.3: Cello con carne.
- 5.4: Die AdamDVD ist da!.
- 5.5: Adam in Meppen.
- 5.6: Katholikentag 2006 in Saarbrücken.
- 5.7: WJT 2005: ADAM in Bonn.
- 5.8: Ulm ? Katholikentag 2004.
- 5.9: Die Vögel des Himmels.
- 5.10: ADAM, Jesus, Franz.
- 5.11: Weniger ist mehr.
- 5.12: ADAM auf dem ÖKT in Berlin 2003.
- 5.13: Helium für ADAM.
- 5.14: ADAM in Düsseldorf.
- 5.15: ASSISI 2002 ? aus dem Tagebuch einer Musikwallfahrt.
- 5.16: Katolikentach und die Spur und.
- 5.17: AMI in Neuss.
- 5.18: AMI in Bochum.
Ulm ? Katholikentag 2004
Wenn man zuviel (schönes) erlebt, dann weiß das Hirn überhaupt nicht, wie es das alles verarbeiten soll und lässt es einfach bleiben. Mir geht das jedenfalls so. Andererseits wärs ja auch schade die Erinnerungsbruchstücke einfach auf meiner Festplatte vergammeln zu lassen. Also...der Katholikentag in Ulm:
Was den Berlinern ihr Berliner Bär ist, das ist den Ulmern ihr Vogel - ähm Spatz. Überall standen sie herum, die Vögel, groß und bunt und kunstvoll gestaltet repräsentierten sie das Wahrzeichen der Stadt (Ulmer Domspatzen).
Ulm liegt ja im Schwabenländle, und von den Schwaben weiß man (laut Konrad Beikircher, dem Erfinder des Rheinlandes), dass sie Zu´greischden gegenüber eher reserviert auftreten (nicht nur wegen der anderen Sprache). Die eingeborenen Ulmer, die wir getroffen haben, waren wahrscheinlich gar keine Schwaben, denn dafür waren sie viel zu nett und zuvorkommend zu uns. Kaum waren wir am Hauptbahnhof angekommen und zuppelten noch an unserem orangenen Katholikentachsbändel, da kam eine Ulmerin auf uns zu:
"Wo wollen Sie denn hin? Zum Katholikentag? Ja, der ist überall! - Ach so, ins Edwin-Scharff-Haus, warum haben Sie das nicht gleich gesagt? Ja, genau, Linie 7 ist richtig. Dann steigen Sie am besten in der sowieso-Straße aus..."
Die Busfahrer waren auch sehr freundlich, einer meinte zu einigen besonders spät Reisenden: "Ihr müsst jetzt noch zur sowieso-Straße? Nein, da fährt kein Bus mehr. Ach, die liegt zwar nicht auf meiner Strecke, aber wenn keiner der Fahrgäste was dagegen hat, fahr ich Euch schnell hoch." Ein Fahrgast meldete sich: "Das liegt auf meinem Weg, ich nehm Euch mit."
Fand ich schon außergewöhnlich, muss ich sagen!
Die ADAM Aufführung in Ulm war einfach klasse. Wir hatten ein so geiles Publikum - desch brudaaal der Hammer! Ist extrem gut rübergekommen mit Szenenapplaus und allem. Heinz und Michael hatten einen Lacher nach dem nächsten ("Du mit Deinem Bausparvertrag von Schwäbisch Hall"). Supergut.
Wobei es anfangs doch recht knapp aussah. Selten hatten wir einen so wenig Zeit zum Aufbau und so einen kurzen Soundcheck. Selbst Leo konnte kein bisschen mehr proben.
Mats erwiderte der resoluten Ulm-Katholikentachs-Orga-Frau, die um viertel vor acht das Publikum endlich einlassen wollte:
"Ok, Sie sagen 2 Minuten, ich brauche 5 Minuten, einigen wir uns auf 3."
Nach 3 Minuten kamen die Leute rein, und nach 5 Minuten war der Saal proppenvoll bis zum letzten Platz. Ein Großteil der Leute musste aus Sicherheitsgründen leider draußen bleiben, schade.
Der Tanz... meiomei. Für den Tänzer gabs Szenenapplaus, die Band ähem... war ganz schön daneben, aber Christoph, unser aller Retter hat uns aus der Misere wieder irgendwie rausgeholt. Ansonsten wars grandios. Wolfgang Cimander half am Saxophon aus und - endlich wieder Saxophon, wahnsinnig gut!
Unsere Unterkunft in Haus 1 in Rot an der Rot lag sehr idyllisch und fernab von jeglichem Katholikentagsrummel. Wie Grischdina schon so treffend auf den gelben Info-Flyer schrieb: "Dort ist es sehr idyllisch. Nicht einmal Eisenbahnschienen stören die Landschaft. Das macht die logistische Planung für uns etwas anspruchsvoller, denn wir können nicht mit der Bahn bis zum Quartier fahren. Und wir sind im Herzen Oberschwabens, einer Gegend, deren Sprache wir nicht verstehen!"
Grischdina, unsere Haus-1-Organistatorin, hatte diesen Info-Flyer schon in Villingen an alle Haus-1-Übernachter verteilt und zog sogleich ganz neidische Blicke von den enttäuschten Haus-2-Übernachtern auf sich, die leider leer ausgingen.
"Wer ist denn für die Orga in Haus 2 zuständig?" - "Gregor." - "Gregor, wann bekommen wir unsere Info-Flyer für Haus 2?" - "Info-Flyer? Haus 2? Gibt's da welche? Zeig mal."
Grischdinas gelbe Flyer (warum hat sie wohl die Farbe gelb gewählt? Hat ein gelbes ADAMici-Funkgerät vielleicht den Ausschlag gegeben?) mit der Überschrift "ADAM in Ulm - Alles ist anders. Was kann ich wissen?" sahen jedenfalls so professionell aus, dass sich sogar manch ein Schaffner der Deutschen Bahn davon beeindrucken ließ. (Man konnte das Quartier tatsächlich mit der Bahn erreichen, hab ich mir erzählen lassen, nur lag der nächste Bahnhof in 6 km Nähe.)
"Der Katholikentagsausweis gilt hier nicht mehr." - "Da habe ich aber andere Informationen."
Der Schaffner staunte wohl über den vorgehaltenen Flyer (die Passage übers Schwarzfahren hat er glücklicherweise nicht gelesen) und ließ es dabei bewenden.
Wir waren aber auch sehr nett zu den anderen Katholikentagsbesuchern. Und immer, wenn jemand nach der Orientierung fragte oder wissen wollte, wo denn dieses oder jenes sei, wusste Grischdina einen Rat. Als hätte sie ein leuchtend orangenes Schild umhängen mit "Ulm-Reiseführer für alle Touristen"...
Als wir dann abends zu unserer Unterkunft ins idyllische Rot an der Rot fuhren (mit dem Auto, die Züge fahren nur bis ca. 21h), war es schon reichlich spät. So spät am Abend, und nach einem so ausgefüllten Tag in Ulm, läuft bei einigen das Hirn schon mal auf Sparflamme. Die Unterhaltung wurde jäh unterbrochen:
"Habt Ihr auch die beiden Tiere da vorne gesehen?"
"Glühwürmchen."
"Löwe."
Wir einigten uns schließlich auf zwei kleine Füchse, die uns angeguckt hatten.
Es gibt ja zwei Arten von Katholikentagsbesuchern. Die einen lesen sich das Programm vorher von vorne bis hinten durch, machen sich Notizen, kleben sich Post-it-Memos an die Seiten, die interessant sind, etc. Diese Leute haben also einen Plan und nehmen sehr viel vom angebotenen Programm mit.
Die anderen sind planlos und freuen sich einfach an der Gemeinschaft mit den anderen (Planlosen wie Planern). Ich gehörte eher der zweiten Gruppe an, mein Programmheft war noch makellos und sollte auch so bleiben. Als wir so da saßen (gemütlich im Cafe beim dritten Capuccino) und den weiteren Tagesverlauf beratschlagten, fragten die Planlosen die Programmexperten schließlich, wo denn Fußball (EM) übertragen würde. Schließlich spielte Deutschland und das konnten wir uns doch nicht entgehen lassen. Aber die Veranstalter des Katholikentags hatten die Fußballübertragung wohl vergessen ins Programm zu schreiben, unfassbar...!
Nun, irgendwie haben wir es geschafft eine Kneipe mit Fernseher aufzutreiben, die Fußball übertragen hat. Mary und ich saßen direkt unter dem Heizstrahler - schon eine Stunde vor dem Anpfiff (wir wollten schließlich in der ersten Reihe sitzen). Nun, so ein Heizstrahler heißt Heizstrahler, weil er extrem viel Hitze abstrahlt (schwitz). Auch das kühle Radler reichte nicht aus zur Erfrischung. Zum Glück gibt's beim Fußball immer eine Halbzeitpause, und dieses Mal gabs auch kein Elfmeter. Natürlich war ich enttäuscht, dass die Deutschen verloren haben, andererseits hätte ich auch nicht mehr viel länger unter dem Heizstrahler sitzen können...
