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Die Besetzung:

Besetzung "Rede & Antwort", 16.9.

Gregor Linßen (vox, git)
Christina Hernold (vox)
Wolfgang Cimander (piano)
Sören Marquard (bass)
Christoph Krieger (drums)
Tobias Heck (perc)

Besetzung PETRUS und der Hahn, 17.9.

Leo Langer (Leitung)

Gregor Linßen (solo-vox, git)
Christina Hernold (solo-vox)

Christina Wunderlich (vox S)
Astrid Wiludda (vox A)
Rodrigo Bartsch (vox T)
Georg Schmitt (vox B)

Johannes Wallbaum (piano)
Sören Marquard (bass)
Christoph Krieger (drums)
Tobi Heck (perc)

Maria Wendler (violine 1)
Steffi Weber (violine 2)
Ulrike Hille (viola)
Michael Budde (cello)

Serena Gerbig (qflöte)
Julien Meisenzahl (tromp)
Tom Brand (pos)
Claudius Zibrowius (sax)
Max Linßen (horn)

Matthias Knaus (Sprayer)
Heinz Vogel (Priester)

Matthias Reusch (ton)
Alex Abel (ton)
Georg Schmitt (ton)
Uwe Smidt (ton)
Jonas Decker (licht)
Dominik Weber (licht)
Manuel Ecker (video)

CHOR:
Sopran:
Melanie Gutbrot
Judith Böttner
Susi Doiwa-Frommen
Katrin Ecker
Petra Ecker
Diana Förster
Bärbel Fritzsche
Christine Gabrys
Edeltraud Gabrys
Julia Heck
Anja Hildenbrand
Maria Jensch
Hannah Kopal
Jakob Kopal
Ruth Kopal
Beate Plenkers-Schneider
Kirsten Pretz
Sabine Rhein
Rita Seelbach
Natascha Stolz
Renate Windels

Alt:
Barbara Beaupoil-Bettermann
Birgit Blum
Alexandra Brenneis
Birgit Decker
Claudia Grünert
Anja Kohl
Ulrike Moser
Lioba Saurbier
Sabine Seeland
Brigitte Weniger

Tenor:
Alex Abel
Uwe Smidt
Dietger Stolz
Wolfgang Weniger

Bass:
Burkhard Bermes
Peter Gottselig
Martin Hoffmann
Ralf Kopal
Andreas Staib
Martin Riepe
Markus Zentner

PETRUS in Tauberbischofsheim

Die Aufführung in Tauberbischofsheim am 17.9.2011 wurde eingeleitet von einem Konzert mit Gregor Linßen & AMI Band am Vorabend mit Auszüge aus den ersten beiden Oratorien Die SPUR von morgen und ADAM - Die Suche nach dem Menschen und der Vorgeschichte zum dritten Oratorium PETRUS und der Hahn.
Dieses Konzertprogramm "Kommt und Seht" war der erste Schritt zur Realisierung der gesamten Trilogie an drei Abenden.

 

Das schreibt die Presse über die Aufführung in Tauberbischofsheim:

Eine Botschaft mit befreiender Wirkung

Von unserem Mitarbeiter Ulrich Feuerstein Tauberbischofsheim.

Angst ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber. Sich von ihr lösen ist nicht einfach. Sie steckt nun mal tief in jedem Menschen. Sie packt ihn, ob er will oder nicht. Von der Angst und davon, wie sie überwunden werden kann, handelt auch Gregor Linßens Oratorium "Petrus und der Hahn".

Große musikalische Trilogie

Mit dem Abschlusswerk seiner großen musikalischen Trilogie zu Grundfragen des menschlichen Seins gastierte er am Samstagabend in der Pfarrkirche St. Bonifatius. Die Aufführung mit Band AMI und großem Projektchor vor rund 500 Besuchern diente als Einstimmung auf den Papstbesuch in Deutschland und war Auftakt für die Liobafestwoche.

Jeder hat Angst. Vor Krankheit, vor dem Tod, vor der Einsamkeit, vor der Verantwortung, vor der eigenen Unzulänglichkeit. Das war schon immer so. Petrus zum Beispiel. Von Jesus erhält er den Auftrag, Grundstein der neuen Kirche zu werden. Doch Petrus zweifelt. Er weiß um den Segen Gottes und ist sich seiner Kraft bewusst. Einerseits. Andererseits ist er mit seiner Aufgabe, ein begeisterndes Zeugnis von Jesus zu geben und so Kirche zu bauen, auf sich allein gestellt. Allein: Daran droht er zu verzweifeln.

Diesen Zwiespalt bringt Linßens Oratorium "Petrus und der Hahn" auf die Bühne. Ausgangspunkt ist - wie in den beiden anderen Oratorien auch - ein Gespräch zwischen einem Pater und einem Sprayer. Beide - gespielt von Heinz Vogel und Michael Knaus - unterhalten sich über existentielle Fragen des Lebens. Aber anders als zuvor ist es der Pater, der Antwort sucht. Er ist zwar immer noch an seiner Kirche. Doch hat Routine sich in seinem Glauben eingeschlichen. Es bleibt keine Zeit zum Suchen mehr, weil ihm weitere Aufgaben aufgeladen wurden, die zu erfüllen ihm schwerfällt.

Aufgeben, resignieren, vor seiner Situation weglaufen: Das will der Pater. Wie Petrus. Doch Petrus hat - darauf weist der Sprayer hin - seinen Auftrag angenommen. Er hat darauf vertraut, dass Jesu Maß das richtige ist. Und er hat die Konsequenzen trotz der eigenen Unsicherheit mitgetragen.

Linßens Oratorium ist freilich kein trockener theologisch-theoretischer Exkurs. 21 Lieder umkreisen die Frage nach Auftrag und Richtung, nach Anfechtung und trotziger Hoffung eines Christenlebens. Petrus, sein apostolischer Auftrag und auch seine Schwäche (daher der Hahn im Titel) dienen dabei als Folie, sich selber als stark, beauftragt und zugleich als fehlbar und zerbrechlich anzuerkennen.

Diese inhaltliche Konzeption erfährt eine kongeniale Umsetzung in der Musik. Die einzelnen Stücke kommentieren und illustrieren das Geschehen. Polyrhythmische Führung der Sprache und musikalischer Rhythmus ergänzen sich gegenseitig. Gregor Linßen, Texter und Komponist von "Petrus und der Hahn", folgt damit der Tradition des gregorianischen Gesangs: Die Musik ist Ausdeutung der Sprache.

Charakteristische Stimme

Bei der Aufführung am Samstagabend unter der Gesamtleitung von Leo Langer dominierte Linßens charakteristische Stimme die meisten Lieder, Christina Hernold sang einige Solopartien. Projektchor und Musikgruppe ließen die Botschaft in packendem und zeitgemäß-groovendem Sound erklingen.

Für das Publikum gab es bei dieser großformatigen Andacht wenig Gelegenheit, spontan mitzusingen. Die Aufführung mit Videoprojektion entwickelte aber einen ganz eigenen Sog in die Tiefe der eigenen Berufung.

Von großer Symbolkraft war dabei das Bild der sich öffnenden, zweitausend Jahre alten Pforte der Lateran-Basilika. Linßens Angaben zufolge steht sie für eine offene Kirche, wie er sie sich wünscht.

Eine Kirche, die niemanden abweist und offen ist für alle. Für Suchende und Fragende. Für Narren und Weise. Und andere Antworten gibt als die Versicherung, den wahren Glauben zu vertreten.

Diese Botschaft hat für den Menschen eine befreiende Wirkung. Wem- wie im gleichnamigen Lied - die Tür weit offen steht, der kann mit Zuversicht durchs Leben gehen. Auch im Schatten der Angst.

Fränkische Nachrichten 20. September 2011