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Das Konzept eines Barden

Referat von Gregor Linßen
zur NGL-Fachtagung 2004

 

Die Grundfrage:
Welches Konzept verfolge ich, um als verantwortlicher Musiker mit einer Gemeinde oder einem Publikum zu kommunizieren?

Die Beschreibung meines Konzeptes setzt folgende Überlegungen voraus:

  • Wenn ich vor mich hin singe und alleine bin, brauche ich keine Kommunikation.
  • Wenn ich singe und möchte damit jemanden erreichen, brauche ich den Kontakt zum Gegenüber – und zwar nicht nur den akustischen.
  • Schlecht ist, wenn mein Gegenüber meinem Gesang partout nicht hören will, z.B. weil die Qualität nicht stimmt oder die Botschaft nicht ankommt.

 

Aus diesen Überlegungen entspringen die Fragen:

  1. Wer ist mein Gegenüber?
  2. Was ist das Ziel meines Singens?
  3. Was ist die Botschaft der Lieder, die ich singe?

1.     Wer ist mein Gegenüber?

Die Frage ist nicht eindeutig zu beantworten, weil die Gruppen zu verschieden sind und weil ich mein Gegenüber normalerweise nicht persönlich kenne, sondern höchstens Anhaltspunkte für eine Gruppe bekomme. Ein Schelm, wer dabei in Klischees denkt, wenn er hört.

  • Singen Sie auf der Senioren-Weihnachtsfeier des örtlichen Hubertusstiftes.
  • Gestalten Sie ein Hochamt mit dem Kardinal.
  • Können Sie auch mal bei uns spielen? (Klar doch! Ich kenne zwar den Frager nicht, aber siehe §1-3 rheinisches Grundgesetz)
  • Es werden zwischen 10 und 1000 Jugendliche kommen! (Jugendliche sind Menschen im Alter zwischen 10 und 70!)

Hier greift das Grundgesetz des Rheinländers: „§1 Et is wie et is, §2 et kütt wie et kütt un §3 et hätt immer noch jot jejange!“.

Mein Kommunikationskonzept ist nun, durch direkte Ansprache Kontakt zur Gemeinde aufzunehmen und mein Gegenüber mit in die Verantwortung für die Veranstaltung nehmen. Zum Beispiel durch ein Einsingen mit der Gemeinde vor dem Gottesdienst. Ich versuche damit, klar zu machen, dass es mir als eingeflogenem Musiker wichtiger ist gemeinsam zu singen, als eine CD-reife Aufführung zu liefern.
Das gilt aber auch für den Chor oder die Band einer Gemeinde. Das direkte Ansprechen der Gemeinde kann die Hemmschwelle abbauen, den Mund zum Singen aufzumachen.

Ein anderes Beispiel:
Vor einem Konzert mit dem Programm „Vermächtnis eines Freundes“, das eine Art Requiem für meinen Freund Hans-Peter Bendt ist – der seinerzeit die Messe „Lied vom Licht“ mit-uraufgeührt hatte – erkläre ich den Besuchern:

„Das Stück ist ein persönliches Gebet und mir wichtig. Am Schluss soll jeder Zeit und Ruhe haben, den Liedern und Texten nachzugehen. Deshalb verschwinden wir von der Gruppe AMI nach dem letzten Lied von hier vorn und werden nicht wieder auftauchen. Wer den Austausch sucht: wir sind in der Sakristei zu finden.“

Bei den ersten Konzerten hatte ich das nicht gesagt und es kam einmal dazu, dass die Zuhörer klatschten, ein anderes Mal, dass die Zuhörer nicht klatschten, aber noch 20 Minuten sitzen blieben. Daraus habe ich geschlossen, dass es wichtig sein könnte, denen, die noch 20 Minuten sitzen bleiben möchten, die Ruhe dazu zu ermöglichen. Persönlich habe ich in diesem Fall erfahren, dass die Stille mehr Zuspruch sein kann als das Klatschen.

2.     Was ist das Ziel meines Singens

Ein Mitschüler - Rolf Gildenast, ehemals Solotänzer am Gelsenkirchener Theater, tat den Ausspruch: "Kunst kommt nicht von Können. Kunst kommt von Müssen. Und ich muss einfach tanzen."
Bei mir ist es das Singen. Ich muss singen. Ich frage erst einmal nicht nach dem Ziel. Singen ist eine Möglichkeit, Gedanken und Gefühlen Raum zu geben. Andere tun das mit Schreiben, Reden, Diskutieren, ich tue es mit Singen. Ich erzähle meine Gedanken und - da meine Gedanken immer wieder um Gott kreisen - auch meine Gebete.
Apropos Gebete - sicher kommt mir dabei wieder das rheinische Naturell zugute, das nicht fragt, ob der andere das, was ich sage, auch hören will, oder ob er überhaupt zuhört. Aber scheinbar sind meine Gebete nicht so unverständlich, dass sie nicht von anderen nachvollzogen werden können. Das hat mich zum Liedermacher gemacht.

Wenn ich jetzt gezwungen werde darüber zu philosophieren, was das Ziel meines Singens in Bezug auf eine wie auch immer geartete Veranstaltung mit einer Gemeinde ist, dann fallen mir vor allem zwei Aspekte ein:

A    Durch Singen Gemeinschaft zu stiften

  • indem ein bekanntes Lied zusammen gesungen wird (Gottesdienst)
  • ein Lied vorgetragen wird (Konzert)
  • ein Lied zusammen gelernt und dann gesungen wird (Offenes Singen)

B    eine Botschaft vermitteln

  • – im Fall des NGL – mit christlichem Inhalt
  • mit Werten, die ich für erzählenswert, mehr noch, erzählens-notwendig halte.  

Aus dem Ziel des Singens entspringt also auch die dritte Frage zu meinem Konzept von Kommunikation.

3.    Was ist die Botschaft?

Meine Lieder erzählen -  wie schon erwähnt  - von meinen Gedanken in Bezug auf Gott. Von meiner Freude, meinen Zweifeln, meinem Glauben und meinen Bitten.
Mir ist wichtig, dass es meine Gedanken sind, mit denen sich jeder identifizieren kann, aber nicht muss. Wenn diese Gedanken nicht so speziell sind, dass sie nicht auch von Anderen gedacht werden könnten, dann wird daraus ein Neues Geistliches Lied.
Es gibt Dinge, die immer wieder gesagt werden müssen, damit sich nicht eine Gewöhnung an die Zustände einschleicht. Es gibt Fragen die immer wieder neu gestellt werden müssen, damit wir uns damit auseinandersetzen. Sonst tun wir es nicht. Ein Konzert-Kritiker hat mir das einmal nach einem Konzert im Rottenburger Dom vorgeworfen. Es ging um den Refrain:

Wann ist Genug genug zum Teilen, 
Land genug zum Bleiben,  

Brot genug zum Leben ?
Wann ist der Mensch denn endlich Mensch ?

Mensch genug zum Lieben,

Mensch genug, dass Frieden unter Menschen bleibt.

(aus "Spuren der EINEN Welt")

Er brachte das als Beispiel für Platitüden. Natürlich ist der Inhalt schon oft gesagt worden. Aber ich halte es für notwendig, es immer wieder zu sagen.
Der Sozialphilosoph Horst-Eberhard Richter hat beim vergangenen Jahresempfang im Bistum Essen in seinem Vortrag den Glauben an die Allmacht des Menschen kritisiert. Das menschliche Gewissen würde von dieser „heimlichen Selbstvergöttlichung des Menschen“ korrumpiert, bis es ausgeschaltet ist.
Das meint doch: Es tut Not, dass wir uns wieder und wieder gegenseitig erinnern und belehren. Im Übrigen stoße ich immer wieder auf folgendes biblische Wort 

Belehrt und ermahnt euch immer wieder mit  geistlichen Liedern, wie der Geist sie euch eingibt. (Kol 3,16.)

Dennoch kann ich aus dem Disput mit dem Kritiker eine Lehre ziehen: ich stehe als Musiker, Komponist – und viel stärker noch – als Texter als anfragbarer Kommunikationspartner auf einer Bühne. Dessen muss ich mir bewusst sein und darauf muss ich vorbereitet sein. Musik hat die Eigenschaft, Worte im Gedächtnis zu halten bzw. die Worte richtig in die Ohren zu wurmen. Das ist Chance und gleichzeitig Gefahr.
Als Liedermacher muss ich darum wissen und deshalb lieber dreimal hinterfragen, was ich schreibe. Denn ich werde mit meinen eigenen Texten identifiziert und konfrontiert. Mir scheint, dass dieses Ringen um Worte im Entstehen von Liedern oft nicht ernst genug genommen wird. Aber das ist ein anderes Thema.

Dass ich als Kommunikationspartner zur Verfügung stehen muss habe ich extrem an meinem Oratorium ADAM erlebt. Schon während der Musikwallfahrt zur Uraufführung hat es ganz intensive Nachfragen und Gespräche gegeben. Sicher auch, weil ADAM sich mit menschlichen Grundfragen beschäftigt. Noch immer gibt es sie. Vermutlich, weil es in dem Stück um eine Suche geht, die nicht aufhört. Um die Suche nach dem Menschen- um die Suche nach mir selbst. 

Zurück zu den beiden Fragen "Was ist das Ziel meines Singens?" und  "Was ist die Botschaft?"

Die Fragen zeigen, wie wichtig es ist, die richtigen Lieder auszuwählen – für einen Gottesdienst, genauso aber auch für ein Konzert.
Mit ungeeigneten Liedern werde ich mein Ziel nicht erreichen und die Botschaft kommt nicht an. Dann singe ich alleine und wenn ich Glück habe, hat keiner was dagegen.

Die Vorraussetzungen für Kommunikation während einer Veranstaltung
werden in der Vorbereitung geschaffen.


Schon in der Planung mit dem Ansprechpartner vor Ort versuche ich, herauszuhören, was gewollt ist, und gleiche es bewusst mit mir ab: Will ich da mitmachen? Kann ich die Erwartung erfüllen?

Die weitere Vorbereitung geschieht unter Berücksichtigung von fünf Fragen:

1. Welche Veranstaltungsform ist es?
Gottesdienst, Konzert, Offenes Singen, was auch immer.

2. Wer kommt dahin?
Je nachdem habe ich verschiedene Aufgaben und kann bestimmte Dinge tun oder muss andere lassen.
Z.B.: die neu zu firmenden Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16  sind verpflichtet zu einem gemeinsamen Vorbereitungstag im Pfarrzentrum zu erscheinen. Singen Sie mit ihnen ein paar geistliche Lieder!

Es gibt durchaus auch Konzepte, die ich ablehnen muss: z.B. wenn ich abschätzen kann, dass ich inhaltlich und musikalisch falsch am Platz bin. (Ich bin z.B. nicht der Richtige um Kindermessen zu gestalten.)
Sollte ich zusagen, dann folgt die nächste Anfrage:

3. Welche Lieder sind bekannt, welche sind gewünscht?
Eine Gemeinde lässt sich nicht mit Noten überfüttern. Mein Ansatz: Nicht mehr als 4 neue Lieder. Ich frage nach dem Gemeinderepertoire, suche dann die Lieder aus, passend zu Tagesmotto, Lesungen und nach geäußerten Wünschen. Danach schicke einen Liedplan, der korrigiert oder bestätigt wird.
Ich mache das Liedblatt. Damit ist alles geplant!

Fast! Denn es kommen garantiert ein paar unwesentliche Änderungswünsche.


Klammer auf!

Weltjugendtag 2004
Kölner Vortreffen in Pisa
Gruppe AMI verantwortlich für Musik und Technik
Gottesdienst mit deutschen, sorbischen und litauischen Teilnehmern
Beginn 10.00 Uhr
Der Leiter der Sorben -  an-und-für-sich ein gemütlicher Mensch -
kommt also um 10.05 Uhr, während des ersten Liedes zu mir
und sagt:  Wir machen ja gleich zur Kommunion ein
sorbisches Lied, haben wir eben mit dem da abgesprochen.
Wir brauchen 4 Gesangsmikrofone
und die Gitarre. Kann euer Klavier mitspielen?

Wie heißt die rheinische Lebensphilosophie noch:
„Et is wie et is, et kütt wie et kütt unet hätt immer noch jot jejange!“.

Klammer zu!

Was lernen wir? Kommunikation braucht Flexibilität !
Flexibilität ist lebensnotwendig, vorallem bei Veranstaltungen deren Umfeld meist nur semiprofessionell, wenn nicht gar naiv ist.
Daraus entspringt die nächste Abfrage:


4. Wo findet die Veranstaltung statt?

Welche örtlichen optischen und akustischen Gegebenheiten gibt es?

Abgesehen davon, dass der musikalische Leiter von der Gemeinde oft nicht ausreichend gesehen wird, ist die Gemeinde auch damit beschäftigt, sich an kaum leserliche Noten auf einem Liedzettel zu halten.
Es ist also hilfreich der Gemeinde vorher zu erklären, wie z.B. ein Kanon läuft, damit neben einem evtl. „Abwinken“ einfache musikalische Elemente ausreichen, um eine Steuerung zu bewirken. Das ist recht einfach machbar mit einem Ansingen der Lieder vor einem Gottesdienst. Außerdem wird mit einem solchen Ansingen, wie schon erwähnt, wenn nicht eine Beziehung, so doch mindestens ein Kontakt zur Gemeinde aufgebaut. 

Kommunikation braucht optische Zuordnung. Rein akustischer Kontakt reicht nicht!
Das ist das schwere Los der Organisten auf der Orgelempore. Ein Organist muss als absolutistischer Musik-Einsiedler seine Musik spielen und kann nur hoffen, dass die Gemeinde willens ist, mitzumachen. Die Forderung nach optischem und akustischen Kontakt gilt natürlich auch für die Kommunikation mit dem Chor oder der Band: Klare Absprachen und die Vereinbarung von musikalischen Zeichen (übernommen z.B. aus der Gospelmusik) ermöglichen Sicherheit und gleichzeitig Flexibilität.

Klammer auf!

August 2002 Foligno bei Assisi.
35° im Schatten im Speisesaal des Altenheimes in dem der ganze ADAM Tross untergebracht ist.
Die Altenheimleiterin tritt auf den Chorleiter zu und flüstert ihm den Geburtstagswunsch einer 80-jährigen Donna ins Ohr.
Der Chorleiter steht auf (optischer Kontakt) und verkündet als offizielle Ansage (akustischer Kontakt):
Die Donna dort hat sich ein bekanntes deutsches Lied zum Geburtstag gewünscht. Wir machen das natürlich gerne. Ihr kennt das Lied. Ich sage euch das Lied jetzt, gebe euch den Ton an und ihr singt bitte sofort los. Ohne Diskussion! Klar?       
Stille Nacht! Heilige Nacht! Summ,2,3.
Der Chor singt los mit breitem Grinsen aber ohne laut loszulachen.

Klammer zu!
Das war für mich ein Meisterstück der Kommunikation. Die Ehre gebührt unserem Kollegen Leo Langer.


Die letzte Abfrage
5. Unter welchen Bedingungen müssen wir spielen?

An dieser Stelle gibt es Mindestanforderungen, die ich von mir aus stelle, bzw. durchsetze.

5.1. Wo können wir stehen ?

Zumindest der musikalische Leiter des Gottesdienstes soll vorne im Sichtfeld der Gemeinde in möglichst kurzer Entfernung zur Gemeinde stehen.

5.2. Wie ist die akustische Verständlichkeit ?

Die Überakustik vieler Kirchenräume, der Hall ist der natürliche Feind der Kommunikation. Ein großer Wunsch wären angemessene, musiktaugliche, fest installierte Anlagen in den Kirchen. Damit fiele die ganze Aufbauerei weg. Man bricht sich jedesmal die Fingernägel ab und die Kommunikation wäre nicht jedesmal ein neues Wagnis. Unglücklicherweise geht es mir nicht nur um Sprachverständlichkeit, wie sie die zumeist eingebauten ELAs (Elektrische Lautsprecher-Anlage) maximal erreichen, sondern auch um Klang.
Für Musik habe ich den Anspruch nach Wärme und Transparenz.Das führt zu einem hohen Material- und Zeitaufwand. Das gilt vorallem für Besetzungen mit Schlagzeug. Um eine größere Kirche popmusiktauglich zum Klingen zu bekommen, brauche ich als Toningenieur 4 Stunden, mit zwei eingewiesenen Helfern. Der Einsatz von Technik ist ab einer gewissen Größe der Kirche für das NGL zwingend notwendig, adäquate und richtig eingesetzte Technik auch. Selbst als studierter Toningenieur habe ich lange gebraucht habe, um Kirchenräume akustisch zu beherrschen. Ich habe oft genug das Ziel nicht zufriedenstellend erreicht. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich eine Aufführung des Oratoriums „Die Spur von morgen“ ohne Toningenieur durchgezogen habe und promt ein Teil der Anlage ausfiel und keine Zeit für irgendwelche Fehlersuche war. 
Was nutzt der beste Liedtext, wenn er nicht verstanden wird. Das ist in der Oper doch auch so! ist ein unbefriedigendes Argument. Also:

5.3.    Wieviel Aufwand ist notwendig für Kommunikation?
Ich ergänze: für klangvolle Kommunikation.

Die Ideallösung: ein Mischpult samt Bediener im Mittelschiff, da man von vorne nicht beurteilen kann, wie es im Raum klingt, vorallem nicht, wenn sich die Kirche mit Menschen gefüllt hat.
Für ein Konzert setze ich mittlerweile grundsäzlich einen Toningenieur ein. Wenn der Toningenieur krank wird, wird es ein Blindflug. Aber irgendwer muss zumindest aufpassen, dass es nicht pfeift.
Den hohen Aufwand kann ich für besondere Gottesdienste, Wallfahrten oder andere Konzerte treiben. Für einen einfachen Gemeindegottesdienst kann ich das nicht, obwohl es der Atmosphäre sehr gut täte und jeder Feier angemessen wäre.
Meiner Meinung nach wird das Erleben der klanglichen Komponente von Kommunikation - das Wohlfühlen im Klang - stark unterschätzt.
In einem Gemeindegottesdienst gehe ich davon aus, dass ich eine Stunde zum Aufbau habe, also eine Kompromisslösung zwischen Klang und Aufwand suchen muss.

Für Konzerte in unbekannten Kirchen erstelle ich einen Beschallungsplan. Auch das kann ich für einfache Gottesdienste nicht durchhalten. Ich lasse mir aber Fotos, wenn vorhanden auch Lagepläne der Kirchen schicken, um mir ein Bild von den optischen und akustischen Bedingungen zu machen. Danach plane ich die Anlage.

Mein großer Wunsch nach klangvollen Kirchen-Anlagen wird bis auf wenige Ausnahmen unerfüllt bleiben.  Also suche ich einen Kompromiss: Welcher Aufwand ist gerechtfertigt und leistbar?

Es geht mir viel zu sehr um den Text, der verstanden werden soll, als das mir die Textverständlichkeit egal sein könnte. NGL ist keine Oper, in die ich vorbereitet gehen muss, weil die Sänger immer gleichzeitig singen oder weil die Sopräne sich im Ultraschallbereich tummeln. NGL ist Sprache und Gesang.
Es gibt durchaus eine Schere zwischen dem Nutzen und der Fessel, die der Gebrauch von Technik mir als Musiker anlegt. Ich habe es immer wieder mal ohne Technik versucht. Es klappt in den seltensten Fällen. Das Fazit: notfalls muss ich tatsächlich über die in der Kirche eingebaute Anlage scheppern.
Auch aus Kostengründen (für eine Aufführung eines Oratoriums miete ich für 600 EUR zusätzliches Tonequipment!) lässt sich nicht immer die beste Lösung realisieren. Aber das Ideal muss im Kopf bleiben. Und selbst bei der abgespecktesten Version kann ja immer noch was passieren.

Klammer auf!

tiefster Winter!
Einführung des Kölner Jugendseelsorgers im Altenberger Dom.
30 Minuten zum Aufbau.
(die vorhergehende evangelische Zeit - der Dom ist ökumenisch genutzt, was einfach nur bedeutet, dass die Zeit geteilt wird!- Generalprobe für ein Chorkonzert - nicht zu verlegen!)
Gefrorenes Weihwasser in den Becken,
weil die Scheiben wegen Renovierung  ausgebaut sind.
die Gottesdienstglocke geht,
Kardinal zieht mit Jugendseelsorger ein.
Pianist haut in die Tasten, nix.
Lautsprecher für die Mikrofone versagen 2 Minuten später.
Was tun?
Gitarre nehmen und lauter singen.

Klammer zu!
Zurück zum Konzept.
Eins ist sicher: die Veranstaltung wird kommen.
Wenn sie dann dran ist: immer locker bleiben.
Wie gehabt:
„Et is wie et is, et kütt wie et kütt un et hätt immer noch jot jejange!“.

Das Konzept auf hochdeutsch heißt: Gottvertrauen.