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AMI in Bochum

Bei AMI-Gottesdiensten (die Aussprache des Namens AMI hat dem Pfarrer ziemliche Kopfschmerzen bereitet...."AAAAMI, AMMMMI, nein AMI -- und wat heißt dat jetzt?"...) ist ja Spontanität gefragt, klar. Kein Problem, kennen wir. Und was heißt hier Spontanität, die Lieder waren alle alt (bis auf eins... klar ein neues muss immer sein, das ist für die Quote)..... die Lieder waren zum Teil sehr alt..... schon vergraben fast...... Lied vom Licht, Der Weg zurück.... HALLOOOOO, vor WIEVIEL Jahren haben wir das zuletzt gespielt?? Aber gut, kein Problem, zum Soundcheck reichte die Zeit sowieso nicht mehr, so konnten wir GERADE noch den LIEDABLAUF abschreiben...... hoppala, dieser 16-tel-Lauf!!! Stand der schon immer da?? Ach stimmt....... grins.... den haben wir nie gekriegt.... ööööhm...... ach so, alla breve.... grins.... ich finde, manchmal MUSS man auch einfach fis dazwischen spielen.... einfach aus Prinzip...... außerdem ist das der wahre Grund, warum sich Gregor nicht mit Synthisizern abgibt -- da fehlen die falschen Töne!
Und wie wir uns irgendwie durch diese Messe gemogelt haben (heieiei, das Gloria... ojojojojjoj, einige hoppalas bei den Geigen.... grins.... immer lächeln!!), erstaunlicherweise isses insgesamt ziemlich gut rübergekommen (danke, Ute!)!! Und NOCH erstaunlicher find ich ja immer die Leute, die dann nachher fragen "Sie haben doch Geige gespielt. Machen Sie das eigentlich beruflich?"......Ja, ööhm, also beruflich?? -- Nööö!

Und wir haben es doch TATSÄCHLICH geschafft, für dieses Jahr einen AMI-Probentermin auszumachen. "Proben ist feige, bah!!" sagt Gregor. Wir wollen ja auch nicht nur proben, sondern auch spielen und essen, Gregor....... "Ok, dann ist gut!" -- und dann: "Eine Probe mit allen??... Oh, dann muss ich ja noch ganz viele Streichernoten schreiben... hehe..." (grinst so seltsam) -- "Du meinst, Du musst sie bis dahin vor allem auch AUSDRUCKEN.... ohne dass Du die Datei vorher löschst.... ohne dass Dein Drucker dabei draufgeht...... ohne, dass Jonas die Geigen in den Kamin des Nachbarn verfeuert und sich des Anblicks ergötzt......"

Neulich beim Altenberger Licht...

"Der Gregor hat ganz viele Prospekte von der CeBit von so Geräten, mit denen er´s von hinten machen kann."
Ein Videobeamer von hinter der Leinwand aus ist natürlich gemeint. Aber das ist noch ferne Zukunftsmusik, so musste Manuel (Gregors Praktikant aus der Pfalz) noch von vorne beamen und die Sängerhaare (sofern sie denn hochgestylt waren) mit auf die Leinwand projezieren. Manuel hat seine Sache sehr gut gemacht, besonders bei "1000 Jahre wie ein Tag" dieses Sätzchen "dass der Himmel nicht auf den Kopf fällt", welches er langsam auf der Leinwand hinuntergleiten ließ... ganz schön tricky der Junge!
.....Ich, die zweite Geige, plädiere allerdings dafür, dass die Vespern, die unmittelbar vor AMI-Auftritten stattfinden, demnächst verboten.werden! Was soll das mit diesen Vespern? Brauchen wir die so unbedingt? Da bauen wir auf, um EINMAL einen Soundcheck VORHER zu machen, da kommt der Pfarrer an "Das geht aber nicht, Gregor, hier ist in 7 Minuten Vesper!", also alles wieder wegräumen und ne dreiviertel Stunde draußen warten... diese Zeit nutzt Gregor natürlich, um uns noch schnell ein neues Lied beizubringen.
Dann schleunigst wieder rein, in Windeseile aufgebaut, ultraschneller Soundcheck "Steck doch einer mal das Kabel ins Mikro rein!" und kaum hatte man sich versehen, fingen wir auch schon an zu spielen, magenknurrenderweise... wir hatten ja vorher noch versucht, mit unseren bettelnden Blicken die Aufmerksamkeit der essenden Scharen von Pfadfindern zu bezirzen, doch die ließen sich auch nicht durch unsere unsagbar zartfühligen Gesänge beeinflussen "Alle Welt ist eingeladen, am Essen teilzuhaben...", wir haben NICHTS abgekriegt.
Mary und ich sind bald vom Stuhl gefallen, einerseits vom Lachen "Hört Ihr Leute, Ihr Bewohner von ALTENBERG..." -- "Gregor, was singen wir denn mit 98 %-iger Wahrscheinlichkeit als nächstes?" -- "Welches Lied? Kennst Du das, Gregor? Wie, da haben wir keine Noten von??" , andererseits vom unglaublichen Magenknurren im Quartett "Kommt das durchs Mikro?", wir hatten alle nix gegessen vorher und bekamen einen SO dermaßen HUNGER, als der Pfarrer jedem Gast ein Lebkuchenherz umhing. LEBKUCHEN, nicht dass wir alle gerne Lebkuchen mögen, aber so ein LEBKUCHENHERZ hätten wir schon gerne abgestaubt. Aber das bekamen nur die Gäste, die aus Litauen, Italien, Irland, Schwarzwald... her kamen. Sie mussten alle ein Bützchen von Pfarrer über sich ergehen lassen "Ich möchte Dank sagen!", und sie ließen sich das alles gefallen "Ich hätte auch so gern ein Lebkuchenherz, aber der soll mich nicht küssen!!!" Am Ende hatte der Pfarrer wohl doch noch ein Erbarmen mit unseren Mägen und hängte Gregor eins um "Wir teilen uns das!", und WIE wir das geteilt haben, jeder ist noch satt geworden... "Was steht denn da drauf?" -- "Keine Ahnung, iss einfach!".... was man nicht alles isst, wenn man Hunger hat!!!

Die Kirche in B(eton)

Mats meinte, wir sollten nicht so viele ?b´s? spielen, diese Kirche wäre in ?b? gebaut. (Das war das Ende des Soundchecks... ein glückliches Ende, weil Mats den Resonanzton der Betonkirche gefunden hatte ... Tontechniker freuen sich über sowas... die Kirche in ?b? wie Beton)

Oh, aber ich muss von vorne erzählen. So ein kleines hessisches Örtchen hat ja schon was. Diese freundliche Sturheit der Verkäuferinnen vom Markcafé, wie sie uns das ?Tut mir leid, wir haben Geschäftsschluss!? gesagt hat, und dann auch noch ?Nein, eine Imbissbude haben wir in Seligenstadt nicht, hier gibt es nur Restaurants?... tja, sie hat wohl das Geschäft ihres Lebens verpasst. Dafür gab es nebenan dann doch noch zwei Baguettes mit Käse ?Ja, die nehmen wir beide!?, deren Herstellung aber so lange gedauert hat, dass wir schon befürchtet hatten sie müsste den Käse erst noch einkaufen gehen... Irgendwann kamen die Baguettes, wir schnell zurück zur Betonkirche, wobei uns etliche Tomatenscheiben und Salatblättchen auf die Straße fielen... die Spur von morgen ist matschig.
In der Betonkirche wurden wir dann herzlich begrüßt ?Habt Ihr Hunger? Unten ist ein Buffet aufgebaut!?.... natürlich hatten wir Hunger... von dem Baguette ist die Hälfte ja auf der Straße gelandet.
Und dann haben wir Peter Degenhardt kennengelernt. Peter Degenhardt ist Mathematiker oder Informatiker, und von Mathematikern sagt man, dass sie alles sehr präzise berechnen können und äußerst logisch vorgehen, dabei manchmal allerdings ihre Umgebung nicht mehr richtig wahrnehmen und sich zuweilen etwas weltfremd geben. Nun, Peter Degenhardt hat diesen Chor aus Seligenstadt geleitet, äußerst präzise dirigiert (fantastisch genau!!!), er hat einen Probenplan an die Tür und ans Dirigentenpult geklebt, sowas hab ich selten gesehn, minutiös die Reihenfolge der Stücke und wer dafür anwesend sein muss aufgeführt, ein hervorragend durchorganisiertes Essensbuffet (Heike war ziemlich neidisch, weil sich bei ihrem Chor niemand so meldet, wenn es etwas zu tun gibt. Peter braucht nur zu fragen, wer macht dies, wer macht jenes, und die Leute reißen sich drum...). Er hat auch sämtliche Druckfehler in der Partitur entlarvt ?Gregor, wir haben hier eigenmächtig das A zu einem As geändert, weil an der vergleichbaren Stelle auch ein As steht?, dazu ein verlegenes ?Ups!? von Gregor... ?Auf der Aufnahme war das Stück viel zu langsam, wir singen das schneller? --- Gregor läßt ihn, wir denken ?Ja, ja, die Aufnahme...hömmm.? --  ?Hier steht, das Cello spielt, und auf der Aufnahme spielt es auch! Warum spielst Du nicht?? ? Coco: ?Ich habe hier 54 Takte Pause!? ? Gregor: ?Ups... dann müssen wir uns noch was einfallen lassen...?
Jedoch hat Peter Degenhardt nicht gemerkt, dass so ein Sporan um 10 vor 11 abends einfach nicht mehr singen kann... ?Könnt Ihr noch?? ? betretenes und heiseres Schweigen ? ?Ok, dann machen wir weiter?... allerdings, also diese Probe, holla, die war klasse!
Am Samstach bei der Generalprobe musste Mary auf ne Hochzeit nach Heidelberg, und Peter Degenhardt zu mir ?Dann spielst Du solange die erste Geige!? ? IIIIIIIIICH??????? ... ich hab einen Riesenschrecken gekriegt, ojeoje gedacht, aber kotzeidank saß neben mir ne Bratsche, die ja eigentlich viel lieber erste Geige spielen will und nur noch nie die Gelegenheit dazu hatte...
Der Pianist war ne Wucht, mit welcher Leichtigkeit der das alles gespielt hat, Wahnsinn, er macht jetzt Abi... eine Wucht! Ein Schwabe würd jetzt sagen ?Desch brudaaal der Hammer!?, und desch war brudaaal der Hammer!!
An dem Samstach nachmittach, pünktlich zur Regenzeit, hatten wir dann frei. Wir wollten etwas an die frische Luft und zum Marktcafé ?Tut mir leid, wir sind ein Tagescafé, wir haben Geschäftsschluss?... den Satz kannten wir schon. Also sind wir wahllos in Seligenstadt umhergeirrt, zufällig bei einer Traumhochzeit vorbeigekommen, bei der er wie ein Informatiker und sie wie eine Zahnarzthelferin aussah, wunderschön anzuschauen, hach, dieses Brautkleid...
Es gibt übrigens von Nutella jetzt was neues: Nutella zum Dippen, ein paar Grissini und ein Pfirsichgetränk in Einem! Total cool, hab ich vorher noch nie gesehn, vielleicht sind die Seligenstädter die Testpersonen... obwohl das ziemlich unwahrscheinlich ist, sie sind der Zeit eher etwas hinterher, in deren Schaufenster tummeln sich noch DIDDL-Mäuse rum... also Diddl ist ja wohl vollkommen out... das weiß ja sogar ich.