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Kritiken

Die Aufführung des Oratoriums "Die Spur von morgen" zeigte ... , dass neue geistliche Musik weder ein ästhetischer Selbstzweck ist noch sich auf die Verschönerung von Gottesdiensten beschränken muss. Vielmehr wurde auf beeindruckende Weise deutlich, dass die Verschmelzung von Text und Musik ein spirituelles Erlebnis hervorrufen kann, wenn sie gut gemacht ist.

Grafschafter Nachrichten 28.6.2007

Liedverzeichnis

Chorpartitur Die Spur von Morgen

Nicht lange nach diesen Tagen
Gottes Geist bricht über uns ein
Gott hat seinen Sohn gesandt

Sie haben sich weit hinausgelehnt
Nicht mehr am alten Platz
Was ihr sagt ist unerhört
Der Tag wird kommen
Hören und Sehen
Heilig bist Du, unser Gott

Sie hatten die Kerker nicht aufgesprengt
Das Gleichnis vom Sauerteig (Und wenn die Christen recht haben)
Gott, erbarme dich
Gott öffne deine Augen
Was nutzt euch die Erinnerung
Alle Welt ist eingeladen
Du Mensch steh auf
Das kann nicht sein

Einmal werden wir erwachen
Wir haben uns mit Gott vertraut gemacht
Vater unser
Seht die Taube trägt einen Zweig

"Die Spur von morgen"

Uraufführung am 11.8.1998 in der Dormitio Abbay, Jerusalem

Ein NGL Oratorium

“Die Spur von morgen” ist als Oratorium angelegt. In Texten, Liedern und Zeichen wird der Anfang des christlichen Gemeindelebens auf uns projiziert und hinterfragt. Gemeinsam mit den dazugehörigen Bibelstellen wird eine neue Form der Schriftlesung möglich.

Das Oratorium ist als Auftragskomposition des Bistums Freiburg für eine Musikwallfahrt nach Jerusalem geschrieben worden.

Am 30. Juli 1998 haben sich 65 Sängerinnen und Sänger nach Israel aufgemacht, um zunächst am See Genezareth das Stück zu erarbeiten.

Sie wanderten dann einen Teil der Strecke vom Berg Garizim durch die Westbanks nach Jerusalem. In der Dormitio Abbay, dem Ort des Pfingstgeschehens, wurde es am 11. August 1998 gemeinsam mit der Gruppe AMI unter Leitung von Gregor Linßen uraufgeführt.

Im Urtext der sogenannten “kommentierten” Fassung wurde der Rahmen durch ein Gespräch von drei Personen gebildet. Ein Mönch der Dormitio Abbay, ein israelischer Fremdenführer und eine arabische Christin unterhalten sich über den Grund, weswegen Menschen aus aller Welt  nach Jerusalem kommen und bleiben an der Person Jesus hängen.

In der aktuellen Fassung ist der Rahmen in die mitteleuropäische Umgebung gesetzt.  Ein Sprayer, der sich mit ungezügelter Phantasie in die nachösterliche Geschichte hineinversetzt, und ein Priester, der sie mit berufsmäßig professionellem Anspruch zu erklären versucht. Eine Musical-Fassung mit gespielter Handlung der Lieder ist denkbar, aber vom Autor nicht vorgesehen.

Das Stück beginnt Pfingsten mit dem Warten der Apostel auf das Eintreten dessen, was Jesus an Himmelfahrt versprochen hatte. Es erzählt weiter vom Hereinbrechen des Heiligen Geistes, von der Souveränität der Jünger, speziell des Stefanus und verfolgt den Werdegang des Paulus, der entgegen seiner Pläne zur Säule des Christentums wird. In Liedern und Arien wird der Zuspruch Gottes für uns deutlich.

Am Schluss steht die Erkenntnis, dass jeder für sein Christsein selbst verantwortlich ist - verantwortlich für das, womit er sich vertraut gemacht hat.

“Die Spur von Morgen” endet mit einem Gebet einer Gemeinde irgendwo (ob wir es sind, ob es die Gemeinde in Milet ist, von der sich Paulus verabschiedet hatte, bleibt offen). Pfingsten ist nicht nur in Jerusalem in der Dormitio Abbey (oder im benachbarten Saal) geschehen. Pfingsten geschieht unter uns.